Ratgeber · Recht & Amateurfunk
Morse im Notfunk: Was die VO Funk und das deutsche Recht erlauben
Wenn das Stromnetz ausfällt und das Mobilfunknetz schweigt, kommen Amateurfunker ins Spiel. Die VO Funk Art. 1.56 erlaubt dem Amateurfunkdienst ausdrücklich den Notfunkbetrieb in Krisenlagen. In Deutschland organisiert der Notfunkkreis NEAR die Aktivitäten, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BBK koordiniert mit Amateurfunkern. Auf den Center-of-Activity-Frequenzen wie 3.760 kHz oder 14.300 kHz sind Notrufe in CW besonders willkommen, weil sie auch bei schwachen Signalen durchkommen.
Wenn das Stromnetz ausfällt, das Internet schweigt und das Mobilfunknetz nur noch Fehlermeldungen produziert, kommen Amateurfunker ins Spiel. Sie sind eine der wenigen Backup-Kommunikations-Strukturen, die auch ohne externe Strom- und Netz-Infrastruktur funktionieren. Die rechtlichen Grundlagen für diesen Notfunkbetrieb sind in der VO Funk und im deutschen AFuG verankert. Dieser Ratgeber zeigt die rechtlichen Regeln, die Organisations-Strukturen und die Rolle des Morsecodes im modernen Notfunk.
Die rechtliche Grundlage in der VO Funk
Die VO Funk ist die deutsche Übersetzung der ITU Radio Regulations und definiert in Artikel 1.56 den Amateurfunkdienst:
Funkdienst zum Zweck der eigenen Ausbildung, der gegenseitigen Verbindung und technischen Studien, der von Funkamateuren betrieben wird, das heißt von ordnungsgemäß ermächtigten Personen, die sich aus Liebhaberei für die Funktechnik mit ihr beschäftigen und das ohne pekuniäres Interesse tun.
Diese Definition ist der Kern jeder Amateurfunk-Regelung. Sie macht klar, dass Amateurfunk nicht kommerziell sein darf und nicht dem Ersatz regulärer Telekommunikations-Dienste dient. Im Krisen- und Katastrophenfall greift aber eine Sondernutzungs-Regel, die in der VO Funk Art. 25.3 verankert ist:
Im Falle einer Naturkatastrophe oder eines anderen Notfalls können die Verwaltungen die Befugnis erteilen, dass Amateurfunkstationen Mitteilungen für Dritte übermitteln, die in einer Notlage sind.
Diese Sondernutzungs-Regel ist die rechtliche Brücke zwischen normalem Amateurfunk und Notfunkbetrieb. Sie erlaubt Amateurfunkern, in echten Notfällen Nachrichten zu vermitteln, die normalerweise außerhalb ihres Aufgabenbereichs lägen, zum Beispiel Lagemeldungen für Behörden oder persönliche Notrufe für Bürger.
In Deutschland konkretisiert die AFuV § 16 Abs. 3 diese Regelung:
Im Katastrophenfall darf der Funkamateur Nachrichten von Behörden und Organisationen, die mit Aufgaben des öffentlichen Verkehrs und der Sicherheit betraut sind, übermitteln, soweit dies zur Aufrechterhaltung des Funkverkehrs erforderlich ist.
Die Notfunk-Organisationen in Deutschland
Der Notfunkkreis Deutschland NEAR ist die wichtigste Organisations-Struktur für Amateurfunk-Notfunk in Deutschland. NEAR ist eine Initiative des DARC-Referats für Notfunk und arbeitet auf mehreren Ebenen:
Auf Bundesebene koordiniert das Notfunk-Referat die übergreifenden Aktivitäten, die Frequenz-Pläne und die jährliche bundesweite Notfunk-Übung. Auf Länderebene gibt es Notfunk-Koordinatoren, die mit den Innenministerien und Katastrophenschutz-Behörden zusammenarbeiten. Auf Ortsebene organisieren DARC-Ortsverbände regelmäßige Übungen und führen Listen einsatzbereiter Amateurfunker.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK ist die Bundes-Koordinationsstelle für Katastrophenschutz und arbeitet seit 2004 als Nachfolger des Bundesamtes für Zivilschutz. Im BBK gibt es eine Stelle für die Kooperation mit Amateurfunkern, die Übungen koordiniert und im Krisenfall die Verbindung zu Behörden organisiert.
International gibt es analoge Organisationen. ARES (Amateur Radio Emergency Service) in den USA wurde 1935 gegründet und ist mit etwa 25.000 Mitgliedern eine der größten Notfunk-Organisationen weltweit. RAYNET in Großbritannien arbeitet eng mit der Polizei und dem Katastrophenschutz zusammen. WICEN in Australien hat ähnliche Aufgaben. Auf der IARU-Ebene (International Amateur Radio Union) koordiniert das Region-1-Notfunk-Referat die europäische Aktivität.
Die Center-of-Activity-Frequenzen
Die IARU hat in den 1980er-Jahren auf Region-1-Ebene (Europa, Afrika, Mittlerer Osten) Center-of-Activity-Frequenzen für Notfunk festgelegt. Diese Frequenzen sind nicht exklusiv reserviert, aber in Notfällen wird der reguläre Funkbetrieb auf ihnen eingestellt.
| Band | Frequenz (Region 1) | Hauptnutzung |
|---|---|---|
| 80 m | 3.760 kHz | Regional, nachts |
| 40 m | 7.110 kHz | Regional bis kontinental |
| 20 m | 14.300 kHz | Kontinental und DX |
| 17 m | 18.160 kHz | DX, alternativ zu 20 m |
| 15 m | 21.360 kHz | DX bei guten Bedingungen |
| 2 m | 145.500 MHz | Lokal, FM-Direktbetrieb |
| 70 cm | 433.500 MHz | Lokal, FM-Direktbetrieb |
Die Kurzwellen-Frequenzen sind durch Ionosphären-Reflexion über weite Distanzen wirksam. Das 80-Meter-Band ist tagsüber regional (300 bis 800 km), nachts kontinental (bis 3.000 km). Das 20-Meter-Band ermöglicht weltweite Verbindungen bei guten Ausbreitungs-Bedingungen, ist aber abhängig von Sonnenaktivität und Tageszeit.
Die VHF/UHF-Frequenzen (2 m, 70 cm) sind für lokale Notfall-Kommunikation gedacht. Sie haben Sichtverbindung-Charakter (bis zum Horizont) und sind robust gegen Ionosphären-Störungen. In einer städtischen Krisenlage sind sie die wichtigsten Frequenzen, weil sie zuverlässige Lokalverbindungen ermöglichen.
CW im Notfunk: Warum Morse robust ist
CW (Continuous Wave alias Morse) hat im Notfunk mehrere praktische Vorteile gegenüber Sprachfunk. Erstens braucht CW nur etwa 200 Hz Bandbreite gegenüber 2.700 Hz bei SSB. Die schmale Bandbreite gibt unter schwachen Empfangs-Bedingungen einen Signal-Rausch-Vorteil von etwa 11 dB, was bedeutet, dass CW noch verständlich ist, wenn SSB längst im Rauschen versinkt.
Zweitens lässt sich CW mit niedrigerer Sender-Leistung empfangen. Während eine SSB-Verbindung über 3.000 Kilometer typisch 50 bis 100 Watt braucht, reichen für die gleiche Strecke in CW oft 5 bis 10 Watt. Das ist im Notfunk wichtig, weil batteriebetriebene Funkgeräte begrenzte Sender-Leistung haben.
Drittens kann CW mit minimaler Hardware betrieben werden. Ein einfacher Hand-Tasten-Sender ohne Sprach-Modulator und ohne Mikrofon ist deutlich robuster gegen Beschädigung in Krisenlagen. Wer im zerstörten Gebäude oder im Notlager funkt, hat mit einer einfachen CW-Station bessere Karten als mit einer komplexen SSB-Anlage.
Allerdings setzt CW eine geschulte Operateur-Kompetenz voraus. Wer nicht regelmäßig CW übt, wird in einer Stresssituation unter Zeitdruck Fehler machen. NEAR-Übungen schließen deshalb CW-Trainings ein, sind aber nicht ausschließlich CW-orientiert. Sprachfunk in SSB oder FM bleibt die dominierende Betriebsart im Notfunk, weil die meisten Amateurfunker Sprach-Trainiert sind.
Eine Beispielrechnung zur Notfunk-Reichweite
Annahme: Wir wollen wissen, welche Reichweite eine 5-Watt-CW-Sendung auf dem 20-Meter-Band typisch erreicht.
Schritt 1: Sender-Leistung. 5 Watt sind eine typische Batterie-Leistung für portable Funkgeräte wie den Elecraft KX2 oder den Yaesu FT-818. Diese QRP-Geräte (Q-Code für Niedrigleistung) sind bewusst für Notfunk-Anwendungen optimiert.
Schritt 2: Antenne. Eine 20-Meter-Drahtantenne als Dipol ist 10 Meter lang und kann zwischen zwei Bäumen oder an einem improvisierten Mast aufgehängt werden. Der Antennengewinn ist etwa 0 dBi (Bezug isotroper Strahler).
Schritt 3: Ausbreitung. Im 20-Meter-Band reflektiert die F-Schicht der Ionosphäre tagsüber und abends. Bei guter Sonnenaktivität (Sonnenflecken-Maximum) sind Reichweiten von 3.000 bis 15.000 Kilometern möglich. Bei niedriger Sonnenaktivität sind die Reichweiten geringer, aber immer noch ausreichend für interkontinentale Verbindungen.
Schritt 4: Signal-Rausch-Verhältnis. CW kann noch bei einem Signal-Rausch-Verhältnis von minus 18 dB empfangen werden (mit geübtem Operateur und schmalem Filter). Eine 5-Watt-CW-Sendung über 5.000 Kilometer kommt typisch mit einem Signal-Rausch-Verhältnis von minus 10 bis 0 dB an, was problemlos lesbar ist.
Schritt 5: Schlussfolgerung. Mit 5 Watt CW können auf 20 Metern problemlos interkontinentale Notruf-Verbindungen aufgebaut werden, vorausgesetzt die Ausbreitungs-Bedingungen sind günstig. Das ist die Grundlage, warum Amateurfunker im Notfall auch über große Distanzen kommunizieren können, ohne auf Satelliten oder Kabel-Infrastruktur angewiesen zu sein.
Die Abgrenzung zum BOS-Funk
Hinweis: Amateurfunk-Notfunk ist keine Ersatz für BOS-Funk, sondern ein Backup. Wer als Amateurfunker im Krisenfall aktiv wird, übernimmt nicht die Aufgaben von Polizei oder Feuerwehr, sondern überbrückt Kommunikations-Ausfälle und vermittelt Nachrichten.
Der Behörden- und Organisationsfunk BOS ist das Funknetz der Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Katastrophenschutz und Bundeswehr. Er nutzt eigene Frequenzen (4-Meter-Band, 2-Meter-Band, Digitalfunk TETRA) und ist von Amateurfunkern nicht zu betreiben, weil die Frequenzen exklusiv für BOS reserviert sind.
Der Digital-BOS-Funk TETRA bietet seit etwa 2010 verschlüsselte Sprach- und Datenübertragung mit hoher Zuverlässigkeit. Allerdings ist TETRA an die Infrastruktur (Basisstationen, Stromversorgung) gebunden. Im flächendeckenden Krisenfall, in dem auch die TETRA-Basisstationen ausfallen, fällt BOS-Funk aus.
Hier kommt Amateurfunk ins Spiel. Amateurfunker haben portable Funkgeräte mit Batterien oder Solar-Versorgung, die unabhängig von der Infrastruktur arbeiten. Sie können kurzfristige Notfunk-Netze aufbauen, die regional oder kontinental funktionieren. Diese Backup-Kapazität ist der eigentliche Wert des Amateurfunk-Notfunks im Vergleich zu BOS.
In einigen Bundesländern gibt es formelle Vereinbarungen zwischen BOS und Amateurfunkern. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern arbeiten DARC-Ortsverbände regelmäßig mit Katastrophenschutz-Behörden zusammen. Die Koordinations-Frequenzen, Übungs-Termine und Einsatz-Verfahren sind in entsprechenden Handlungs-Plänen festgelegt.
Quellen für die Vertiefung
- VO Funk ITU Radio Regulations in deutscher Übersetzung als völkerrechtliche Grundlage
- AFuG Amateurfunkgesetz mit Notfunk-Bestimmungen
- AFuV Amateurfunkverordnung mit § 16 Abs. 3 zum Notbetrieb
- DARC-Notfunk-Referat mit NEAR-Aktivitäten und Übungs-Plänen
- BNetzA-Amateurfunk-Übersicht mit aktuellen Frequenz-Vorgaben
Worauf es ankommt
Notfunk ist die wichtigste gesellschaftliche Funktion des Amateurfunks. Während die regulären Amateurfunk-Aktivitäten oft als Freizeit-Beschäftigung gelten, ist der Notfunk eine ernsthafte Backup-Kommunikations-Struktur, die in Krisenlagen Leben retten kann. Die rechtlichen Grundlagen sind in der VO Funk Art. 1.56 und Art. 25.3 sowie in der deutschen AFuV § 16 Abs. 3 verankert. NEAR ist die organisatorische Plattform, die BBK ist die übergreifende Koordinations-Stelle. Drei Folgen sind wichtig. Erstens: Wer als Amateurfunker im Krisenfall aktiv werden will, sollte vorher in NEAR-Übungen praktische Erfahrung sammeln. Ohne Übung in stressigen Bedingungen sind die meisten Funker im echten Notfall überfordert. Zweitens: CW ist im Notfunk eine wichtige Backup-Betriebsart, weil sie auch unter schwachen Signalen und mit minimaler Hardware funktioniert. Wer Notfunk-tauglich sein will, sollte CW zumindest auf 8 bis 12 WPM beherrschen. Drittens: Amateurfunk-Notfunk ergänzt BOS-Funk, ersetzt ihn aber nicht. Die Kooperation mit Katastrophenschutz-Behörden ist die Schlüsselgröße für effektiven Einsatz im Ernstfall. Der Morsecode-Übersetzer auf dieser Seite ist ein Trainings-Werkzeug, das auch im Notfunk-Kontext hilfreich sein kann, wenn schnell eine Code-Referenz benötigt wird.
FAQ
Häufige Fragen
Was genau erlaubt die VO Funk Art. 1.56 dem Notfunkbetrieb?
Die VO Funk (deutsche Übersetzung der ITU Radio Regulations) definiert in Artikel 1.56 den Amateurfunkdienst als einen Funkdienst zum Zweck der eigenen Ausbildung, der gegenseitigen Verbindung und technischen Studien, der ausdrücklich nicht-kommerziell ist. Im Krisen- und Katastrophenfall können Amateurfunker außerhalb der normalen Amateurfunk-Regeln Notruf- und Hilfs-Kommunikation übernehmen. Die ITU Radio Regulations Article 25.3 nennt explizit die Pflicht der Vertragsstaaten, in Notlagen den Amateurfunkbetrieb zur Hilfeleistung zuzulassen. Die deutsche AFuV § 16 Abs. 3 konkretisiert das mit der Erlaubnis, in Katastrophen-Lagen Nachrichten von Behörden zu vermitteln, die normalerweise nicht zum Amateurfunk gehören würden. Dieser Sondernutzungs-Status ist die rechtliche Grundlage für jeden Notfunkbetrieb.
Was ist NEAR und wer organisiert den Notfunk in Deutschland?
NEAR steht für Notfunkkreis Deutschland und ist eine Initiative des DARC-Referats für Notfunk. NEAR organisiert regelmäßige Übungen, koordiniert Frequenz-Pläne und schult Amateurfunker für den Einsatz in Katastrophen-Lagen. Im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe BBK gibt es eine spezielle Koordinations-Stelle für Amateurfunk-Kooperation. Auf Länderebene haben einige Bundesländer entsprechende Koordinatoren in den Innenministerien oder Katastrophenschutz-Behörden. NEAR übt monatlich auf festgelegten Frequenzen und führt jährlich eine bundesweite Notfunk-Übung durch. International gibt es analoge Organisationen wie ARES (Amateur Radio Emergency Service) in den USA, RAYNET in Großbritannien und WICEN in Australien, die ähnliche Aufgaben übernehmen.
Welche Frequenzen sind im Notfunk üblich und wer hat Vorrang?
Die IARU (International Amateur Radio Union) hat Center-of-Activity-Frequenzen festgelegt, auf denen sich Notfunk-Aktivitäten konzentrieren. In Region 1 (Europa, Afrika, Mittlerer Osten) sind das auf Kurzwelle 3.760 kHz, 7.110 kHz, 14.300 kHz, 18.160 kHz und 21.360 kHz. In Region 2 (Amerika) sind die Center-Frequenzen leicht verschoben. Diese Frequenzen sind keine exklusive Reservierung, aber in Notfällen wird der reguläre Funkbetrieb auf ihnen eingestellt. Wer einen Notruf empfängt, hat absoluten Vorrang vor allen anderen Funk-Aktivitäten. Diese Regel ist in der VO Funk Art. 25.10 verankert und wird im Amateurfunk-Bereich strikt eingehalten. Bei einem aktiven Notfall werden die betreffenden Center-Frequenzen oft mehrere Tage lang nur für Notfunk genutzt, der reguläre QSO-Verkehr verlagert sich in Nebenfrequenzen.
Welche Rolle spielt CW (Morse) im Notfunk-Vergleich zu Sprachfunk?
CW hat im Notfunk mehrere Vorteile gegenüber Sprachfunk. Erstens braucht CW nur etwa 200 Hz Bandbreite gegenüber 2.700 Hz bei SSB-Sprach, was unter schwachen Signalen einen Vorteil von etwa 11 dB Signal-Rausch-Verhältnis ergibt. Zweitens lässt sich CW mit deutlich niedrigerer Sender-Leistung empfangen, was bei batteriebetriebenem Notfunk wichtig ist. Drittens kann CW von Hand mit einer einfachen Taste gesendet werden, ohne Sprach-Modulator und ohne Mikrofon-Hintergrundgeräusche. Eine 5-Watt-CW-Sendung mit einer Drahtantenne in einem zerstörten Gebäude kann mehrere tausend Kilometer überbrücken, wenn die Ausbreitungs-Bedingungen mitspielen. Allerdings setzt CW eine geschulte Operateur-Kompetenz voraus, die nicht jeder Amateurfunker hat. In NEAR-Übungen ist CW deshalb optional, aber explizit als robuste Variante anerkannt.
Wie unterscheidet sich der Amateurfunk-Notfunk vom BOS-Funk der Behörden?
Der Behörden- und Organisationsfunk BOS ist ein separates Funknetz für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Bundeswehr. Er nutzt eigene Frequenzen (4-Meter-Band 75 bis 87,5 MHz, 2-Meter-Band 162 bis 174 MHz, Digitalfunk TETRA) und folgt eigenen Verkehrs-Regeln. BOS-Funk ist abhörsicher (durch TETRA-Verschlüsselung), aber an den Strom- und Infrastruktur-Erhalt gebunden. Im flächendeckenden Krisenfall (zum Beispiel mehrtägiger Stromausfall) kann auch BOS-Funk ausfallen, was die Amateurfunk-Notfunk-Aktivität als Backup wichtig macht. Die Zusammenarbeit zwischen BOS und Amateurfunk ist in einigen Bundesländern formell geregelt, in anderen erfolgt sie über persönliche Kontakte. Die BBK koordiniert die übergreifende Zusammenarbeit auf Bundesebene. Wichtig: Amateurfunker übernehmen nicht die Aufgaben von BOS, sondern überbrücken Ausfälle und vermitteln Nachrichten, wenn die regulären Wege versagen.
Quellen
Worauf dieser Ratgeber sich stützt
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